Mobiles Ladegerät (Laden an der Steckdose): wofür, und welches kaufen?
Ratgeber · 15. Okt. 2026
Mobiles Ladegerät (Laden an der Steckdose): wofür, und welches kaufen?
Von Engin Demirel · Elektrotechniker, Lehrmeister · 12 Jahre Erfahrung
Kurze Antwort: Ein mobiles Ladegerät (auch mobile Wallbox, Notladekabel oder Mode-2-Ladekabel genannt) wird an einem Ende in eine Steckdose und am anderen Ende in die Typ-2-Buchse des Autos gesteckt; dazwischen sitzt eine Steuerbox, die den Ladevorgang regelt. Die Steckdose bestimmt die Leistung: an einer Haushaltssteckdose höchstens 3,7 kW, an einer blauen einphasigen 32-A-CEE-Steckdose 7,4 kW, an einer roten dreiphasigen CEE-Steckdose 11 oder 22 kW. Wer nur an der Schuko-Steckdose lädt, ist mit dem Mini Mobile gut bedient; mit blauer CEE-Steckdose mit dem Mono Mobile; für eine rote Drehstromdose mit Tempo und smarten Funktionen mit dem Pro Mobile 2.
Dieser Ratgeber konzentriert sich auf die Wahl eines mobilen Geräts. Den allgemeinen Vergleich der drei Wege, zu Hause zu laden (Schuko, CEE-Steckdose, Wallbox), finden Sie hier: Elektroauto zu Hause laden
Wofür ist ein mobiles Ladegerät gut?
Es funktioniert direkt aus dem Karton, ohne feste Ladestation: Stecker in die Steckdose, Typ-2-Stecker ins Auto. Die Steuerbox kommuniziert mit dem Fahrzeug und begrenzt den Ladestrom auf den eingestellten Wert. Besonders sinnvoll ist es für:
- Mieter und Gemeinschaftsgaragen, in denen keine feste Installation möglich ist.
- Laden an wechselnden Orten: Ferienhaus, Besuche, Arbeitsplatz.
- Lange Fahrten, als Reserve im Kofferraum.
- Werkstätten, Betriebe, Höfe und Baustellen, die bereits eine CEE-Steckdose haben.
Wie viel kW an welcher Steckdose?
Drei Dinge begrenzen die Ladeleistung: die Steckdose, der am Gerät eingestellte Strom und die AC-Ladeleistung des Autos. Der kleinste Wert gilt.
- Haushaltssteckdose (Schuko, 16 A, einphasig): etwa 2,3–3,7 kW bei 10–16 A.
- Blaue 3-polige 32-A-CEE-Steckdose (einphasig): bis 7,4 kW.
- Rote 5-polige 16-A-CEE-Steckdose (dreiphasig): bis 11 kW.
- Rote 5-polige 32-A-CEE-Steckdose (dreiphasig): bis 22 kW.
Beispiel: Ein Auto mit 60-kWh-Akku braucht von leer bis voll bei 3,7 kW etwa 16–17 Stunden, bei 7,4 kW 8–9 Stunden und bei 11 kW etwa 6 Stunden. Die Energie für 40–60 km Alltagsstrecke ist aber selbst an der Schuko-Steckdose über Nacht wieder drin. Wer die maximale AC-Ladeleistung seines Autos kennt und weiß, ob das Haus ein- oder dreiphasig angeschlossen ist, wählt leichter: Einphasig und dreiphasig, Ladezeit berechnen.
Sicherheit: Passen Steckdose und Leitung?
Anders als ein Handy-Ladegerät zieht ein Auto stundenlang ununterbrochen hohen Strom. Die meisten Probleme kommen nicht vom Gerät, sondern von Steckdose und Leitung.
- Die Steckdose muss intakt, geerdet und fest sein. Werden Stecker oder Steckdose beim Laden warm, Laden beenden und die Leitung prüfen lassen.
- Bei alter oder unbekannter Installation mit niedrigem Strom beginnen. Bemis-Geräte sind einstellbar: Mini Mobile ab 10 A, Mono Mobile ab 16 A, Pro Mobile 2 ab 6 A.
- Keine dünnen Haushalts-Verlängerungskabel und keine Mehrfachsteckdosen. Wenn eine Verlängerung wirklich nötig ist, ein geerdetes, für den Ladestrom ausgelegtes Starkstrom-Verlängerungskabel verwenden.
- Eine blaue oder rote CEE-Steckdose gehört an einen eigenen Stromkreis mit eigenem Leitungsschutzschalter und Fehlerstromschutz (in Deutschland nach VDE durch eine Elektrofachkraft). Welcher FI-Schalter nötig ist, erklären wir unter FI-Schalter-Typen.
- Die Gehäuse sind IP65 und regenfest; die Steckverbindung zur Steckdose trotzdem nicht in Pfützen liegen lassen.
Bemis Mini Mobile, Mono Mobile und Pro Mobile 2 im Vergleich
Alle drei haben einen Typ-2-Stecker, ein IP65-Gehäuse und werden mit Tragetasche geliefert; der Unterschied liegt in der Steckdose und den Funktionen.
- Mini Mobile: Einphasig, Schuko-Stecker. Strom 10–16 A, Leistung etwa 2,3–3,7 kW. Kabel 5, 8 oder 10 Meter. Keine zusätzliche Steckdose oder Installation nötig.
- Mono Mobile: Einphasig, blauer 3-poliger 32-A-CEE-Stecker; mit dem beiliegenden 16-A-Adapter auch an der Schuko-Steckdose nutzbar. Strom 16–32 A, Leistung 3,7–7,4 kW. Kabel 5, 8 oder 10 Meter. Betrieb von -40 °C bis +55 °C.
- Pro Mobile 2: Dreiphasig. Die 22-kW-Version hat einen roten 5/32-A-, die 11-kW-Version einen 5/16-A-CEE-Stecker; mit Adapter läuft es an der Schuko-Steckdose einphasig mit geringer Leistung. Strom in Stufen von 6, 10, 16, 20, 25 und 32 A. LCD-Anzeige, WLAN, Bluetooth, RFID-Karte und geplantes Laden per App. Kabel 5, 8 oder 10 Meter (22 kW) bzw. 5 Meter (11 kW).
Welches für wen?
- Nur Schuko-Steckdosen, Laden über Nacht, kurze Alltagsstrecken: Mini Mobile.
- Blaue 32-A-Steckdose zu Hause oder am Ziel (oder die Möglichkeit, eine setzen zu lassen), doppeltes Tempo: Mono Mobile.
- Rote Drehstromdose, ein Auto mit 11–22 kW AC, Laden per App planen und per Karte freigeben: Pro Mobile 2.
Die richtige Kabellänge
Messen Sie den Abstand von der Steckdose zur Ladebuchse des Autos und geben Sie 1–2 Meter dazu. Parkt das Auto in der Garage direkt neben der Steckdose, reichen 5 Meter; auf einem offenen Stellplatz oder im Garten eher 8 oder 10 Meter. Ein unnötig langes Kabel braucht mehr Platz im Kofferraum und liegt am Boden herum. Mehr zu Kabeln und Steckern: Ladekabel und Steckertypen.
Zubehör
- Wandhalterung für mobile Ladegeräte: Gerät an die Garagenwand hängen und wie eine Wallbox nutzen; Ausführungen für Mini/Mono Mobile und Pro Mobile.
- Tasche für mobile Ladegeräte: Gerät, Kabel und Adapter ordentlich im Kofferraum; klein für Mini und Mono Mobile (41 × 31 × 14 cm), groß für Pro Mobile (46 × 34 × 14 cm).
- AC-Steckerhalter: hält den Typ-2-Stecker an der Wand, das Kabel bleibt vom Boden weg.
- Adapter und Verlängerungskabel: für unterschiedliche Steckdosen.
Mobiles Ladegerät oder Wallbox?
Wer jeden Tag am selben Ort lädt und fest installieren kann, fährt mit einer Wallbox bequemer; Lastmanagement und gemeinsame Nutzung gibt es bei Wallboxen. Wer an wechselnden Orten lädt oder nichts installieren darf, ist mit einem mobilen Gerät richtig. Mit roter Drehstromdose in der Garage kommt das Pro Mobile 2 ohne feste Montage nah an Wallbox-Tempo heran. Die Unterschiede erklären wir in Was ist eine Wallbox?
Unsere Vor-Ort-Besichtigung und Installation bieten wir nur in Bursa (Türkei) an.
Häufige Fragen
Kann man ein mobiles Ladegerät an der normalen Haushaltssteckdose nutzen?
Ja. An der Schuko-Steckdose sind höchstens 3,7 kW (16 A) möglich. Steckdose und Leitung müssen intakt, geerdet und für stundenlange Last geeignet sein; bei alter Installation mit geringerem Strom beginnen.
Wie lange dauert das Laden mit einem mobilen Ladegerät?
Ein Auto mit 60-kWh-Akku braucht von leer an der Schuko-Steckdose (3,7 kW) etwa 16–17 Stunden, an der blauen 32-A-CEE-Steckdose (7,4 kW) 8–9 Stunden und an einer 11-kW-Drehstromdose etwa 6 Stunden. Die AC-Ladeleistung des Autos begrenzt.
Was ist der Unterschied zwischen blauer und roter CEE-Steckdose?
Die blaue 3-polige Steckdose ist einphasig und liefert bei 32 A 7,4 kW. Die rote 5-polige Steckdose ist dreiphasig: 11 kW bei 16 A, 22 kW bei 32 A.
Darf ich mit Verlängerungskabel laden?
Dünne Haushalts-Verlängerungen und Mehrfachsteckdosen sind tabu. Wenn nötig, ein geerdetes, für den Ladestrom ausgelegtes Verlängerungskabel verwenden oder ein Gerät mit längerem Kabel wählen.
Kann ein mobiles Ladegerät eine Wallbox ersetzen?
Wenn keine Installation möglich ist oder an wechselnden Orten geladen wird, ja. Mit roter Drehstromdose lädt das Pro Mobile 2 mit 11–22 kW. Für Lastmanagement oder gemeinsame Nutzung ist eine Wallbox besser.
Welche Kabellänge brauche ich?
Abstand Steckdose bis Ladebuchse messen und 1–2 Meter zugeben. In der Garage reichen meist 5 Meter, auf offenen Stellplätzen oder im Garten 8 oder 10 Meter.