FI-Schalter-Typen: AC, A, F und B – welcher für die Wallbox?

Ratgeber · 7. Okt. 2026

FI-Schalter-Typen: AC, A, F und B – welcher für die Wallbox?

Von Engin Demirel · Elektrotechniker, Lehrmeister · 12 Jahre Erfahrung

Kurze Antwort: Der Typ eines FI-Schalters (RCD) zeigt, welche Fehlerstromformen er erkennt. Typ AC erkennt nur sinusförmige Fehlerströme; Typ A zusätzlich pulsierende Gleichfehlerströme von Elektronik; Typ F zusätzlich Mischfrequenzen von einphasigen Geräten mit Umrichter; Typ B erkennt all das plus glatte Gleichfehlerströme. Im Wohnbereich Typ A, an Kreisen mit Umrichter-Waschmaschine oder Wärmepumpe Typ F, für Wallboxen Typ B (oder eine Wallbox mit 6-mA-DC-Erkennung plus Typ A). Örtliche Vorschriften gelten.

Typen und was sie erkennen

  • Typ AC: nur Wechselfehlerströme (Sinus). In heutigen, elektronikreichen Haushalten oft unzureichend.
  • Typ A: AC + pulsierende Gleichfehlerströme (Schaltnetzteile, LED-Treiber, Dimmer). Empfohlen für Wohnungen.
  • Typ F: Typ A + Mischfrequenz-Fehlerströme (Umrichter-Waschmaschine, Klimagerät, Wärmepumpe, einphasige Frequenzumrichter). Robuster gegen Fehlauslösungen.
  • Typ B: Typ F + glatte Gleichfehlerströme. Erforderlich bei Wallboxen, dreiphasigen Wechselrichtern, Photovoltaik und manchen Medizingeräten.

Glatte Gleichfehlerströme können einen Typ-A-FI "blind" machen, sodass er im Fehlerfall nicht auslöst – daher die Bedeutung von Typ B.

Bemessungsfehlerstrom: 30 mA und 300 mA

  • 30 mA: Personenschutz; im Wohnbereich, für Bad-, Steckdosen- und Außenkreise.
  • 300 mA: Brandschutz; an der Einspeisung oder in großen Anlagen, selektiv (Typ S) verzögert.
  • 10 mA: einige besondere Nassraum- und Medizinanwendungen.

Welcher FI für die Wallbox?

Wallbox und Fahrzeug können im Fehlerfall glatte Gleichfehlerströme erzeugen. Der Ladestromkreis braucht daher entweder:

  • einen FI Typ B 30 mA, oder
  • eine Wallbox mit integrierter 6-mA-DC-Fehlerstromerkennung (RDC-DD) plus FI Typ A 30 mA.

Viele Wallboxen haben die 6-mA-DC-Erkennung eingebaut; das steht in den technischen Daten. Der Ladekreis wird zudem als eigener Stromkreis mit eigener Sicherung ausgeführt.

Warum löst der FI aus?

  • Echter Fehler: feuchte Abzweigdose oder Steckdose, beschädigte Leitung, defektes Gerät mit Heizelement (Boiler, Waschmaschine, Backofen).
  • Summe der Ableitströme: viele Elektronikgeräte an einem FI können zusammen über 30 mA kommen. Abhilfe: Kreise auf mehrere FI aufteilen.
  • Überspannung: Blitz oder Netzspitzen; Überspannungsschutz und stoßstromfeste FI helfen.

Löst der FI immer wieder aus, Geräte einzeln abstecken, um das defekte zu finden – den FI nie überbrücken.

Prüftaste

Die Taste "T" prüft die Mechanik; empfohlen ist monatliches bis vierteljährliches Drücken. Auslösezeit und -strom misst eine Elektrofachkraft mit einem Installationstester.

In Bursa übernimmt ENGN Verteilermodernisierung, FI-Schutz und Wallbox-Montage.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen FI Typ A und Typ AC?

Typ AC erkennt nur sinusförmige Fehlerströme; Typ A zusätzlich pulsierende Gleichfehlerströme von Elektronik. Für Wohnungen wird Typ A empfohlen.

Wo wird ein FI Typ B eingesetzt?

Wo glatte Gleichfehlerströme auftreten können: Wallboxen, dreiphasige Wechselrichter, Photovoltaik und manche Medizingeräte.

Welchen FI braucht eine Wallbox?

Einen FI Typ B 30 mA oder einen FI Typ A 30 mA zusammen mit einer Wallbox mit 6-mA-DC-Fehlerstromerkennung.

Wofür ist ein FI Typ F?

Er erkennt Mischfrequenz-Fehlerströme einphasiger Umrichtergeräte (Waschmaschine, Klimagerät, Wärmepumpe) und ist robuster gegen Fehlauslösungen.

30 mA oder 300 mA?

30 mA dient dem Personenschutz, 300 mA dem Brandschutz. Wohnungskreise brauchen 30 mA.

Warum löst mein FI ständig aus?

Feuchte Dose oder Steckdose, beschädigte Leitung, defektes Heizgerät oder die Summe vieler Ableitströme an einem FI. Geräte einzeln abstecken, um den Fehler zu finden.