Was ist eine Wallbox? Bemis Charger 2, Charger Plus 2 und Charger Pro 2 im Vergleich

Ratgeber · 15. Okt. 2026

Was ist eine Wallbox? Bemis Charger 2, Charger Plus 2 und Charger Pro 2 im Vergleich

Von Engin Demirel · Elektrotechniker, Lehrmeister · 12 Jahre Erfahrung

Kurze Antwort: Eine Wallbox ist eine an der Wand oder an einer Standsäule befestigte AC-Ladestation für zu Hause, die über einen eigenen Stromkreis aus dem Verteiler versorgt wird. Sie lädt schneller als eine Haushaltssteckdose (11 oder 22 kW am Drehstrom), ist dank fester Verbindung und eigener Absicherung sicherer und lässt sich per App und Karte steuern. Von den drei Bemis-Modellen ist der Charger 2 die günstige Wahl für ein Zuhause mit einem Nutzer; der Charger Plus 2 bringt dynamisches Lastmanagement, OCPP 1.6 sowie Varianten mit Ladebuchse und MID-Zähler; der Charger Pro 2 bietet zusätzlich ein GSM-Modul (4G) und richtet sich an Wohnanlagen, Hotels und Unternehmen.

Dieser Artikel erklärt, was eine Wallbox ist und wie sich die Bemis-Modelle unterscheiden. Die allgemeinen Schritte zu Leistung, Installation und Hausanschluss finden Sie in Wallbox-Auswahl.

Was ist eine Wallbox und wie funktioniert sie?

Eine Wallbox ist ein Mode-3-Ladegerät: Sie kommuniziert über die Typ-2-Verbindung mit dem Auto, erkennt den Strom, den das Auto annimmt, und steuert den Ladevorgang entsprechend. Den Strom bezieht sie über einen eigenen Stromkreis mit eigenem Leitungsschutzschalter und Fehlerstromschutz. Anders als mobile Ladegeräte an der Steckdose wird sie einmal installiert und täglich am selben Ort genutzt. Auf offenen Stellplätzen und im Garten, wo keine Wandmontage möglich ist, kann sie auf einem Standfuß (Montagesäule) stehen.

Unterschied zum Laden an der Steckdose

  • Tempo: Die Haushaltssteckdose liefert höchstens 3,7 kW. Am Drehstrom liefert eine Wallbox 11 oder 22 kW; die AC-Ladeleistung des Autos begrenzt.
  • Sicherheit: kein Erwärmungsrisiko am Stecker-Steckdosen-Kontakt; Leitung, Querschnitt und Schutz sind auf die Ladelast ausgelegt.
  • Komfort: Bei Modellen mit festem Kabel einfach parken und einstecken.
  • Steuerung: RFID-Karte, App, Laden zu günstigen Zeiten; bei manchen Modellen Lastmanagement und OCPP.

Wer nicht installieren kann oder an wechselnden Orten lädt, findet in mobilen Ladegeräten eine sinnvolle Alternative: Ratgeber mobiles Ladegerät.

11 kW oder 22 kW?

Viele Autos laden an AC mit höchstens 11 kW; sie laden auch an einer 22-kW-Wallbox mit 11 kW. Unterstützt Ihr Auto 22 kW und reicht der Hausanschluss, halbiert 22 kW die Ladezeit. Beispiel: Ein Auto mit 60-kWh-Akku braucht von leer bei 11 kW etwa 6 Stunden, bei 22 kW etwa 3 Stunden. In Deutschland sind Wallboxen bis 11 kW beim Netzbetreiber anzumelden, darüber genehmigungspflichtig; es gelten die örtlichen Regeln. Bemis-Wallboxen werden an Drehstrom angeschlossen; zum Unterschied siehe Einphasig und dreiphasig.

Mit festem Kabel oder mit Ladebuchse?

  • Festes Kabel: 5 Meter Typ-2-Kabel fest am Gerät. Am praktischsten, wenn Sie täglich am selben Ort laden.
  • Ladebuchse: Das Gerät hat eine Typ-2-Buchse, jeder Nutzer steckt sein eigenes Kabel ein. Gut für Gemeinschaftsgaragen, in denen kein Kabel herumliegen soll, und für Plätze mit wechselnden Autos; dazu brauchen Sie ein Typ-2-Ladekabel.

Wofür MID-Zähler, OCPP und GSM?

  • MID-Zähler: misst die geladene Energie geeicht. Nötig, wenn der Verbrauch pro Person abgerechnet wird, etwa in Wohnanlagen, Mehrfamilienhäusern oder Firmen; wer nur das eigene Auto lädt, kommt ohne aus.
  • OCPP 1.6: offenes Protokoll, mit dem sich die Wallbox an Lademanagement-Systeme und Betreiber anbinden lässt. Mehr in Was ist OCPP?
  • Dynamisches Lastmanagement: senkt die Ladeleistung, wenn andere Verbraucher im Gebäude zulegen, damit die Hauptsicherung nicht auslöst; am gleichen Anschluss passen mehr Ladepunkte.
  • GSM-Modul (4G): verbindet die Wallbox über Mobilfunk mit dem Internet, wenn in der Garage kein WLAN ist.

Bemis Charger 2, Charger Plus 2 und Charger Pro 2 im Vergleich

Alle drei sind Wandgeräte mit Typ-2-Anschluss und IP65-Gehäuse für Drehstrom; RFID-Leser, LCD-Anzeige, WLAN, App und geplantes Laden haben alle. Die Geräte haben 2 Jahre Herstellergarantie.

  • Charger 2: Einstiegsmodell der Familie. Versionen mit 22 kW (32 A) und 11 kW (16 A); 5 Meter festes Typ-2-Kabel. Eine Variante mit 5/32A-Stecker lässt sich statt fest angeschlossen in eine rote 5-polige 32-A-CEE-Steckdose stecken (für Mieter und alle, die umziehen wollen). Kein Lastmanagement, kein OCPP, keine Variante mit Buchse oder MID-Zähler.
  • Charger Plus 2: Leistung per App in Stufen von 6, 10, 16 und 32 A (etwa 4, 7, 11 und 22 kW). Dynamisches Lastmanagement, OCPP 1.6, automatischer Neustart nach Stromausfall; Software für gemeinsame Nutzung kostenlos. Mit festem Kabel oder Buchse, jeweils mit oder ohne MID-Zähler.
  • Charger Pro 2: zusätzlich zu den Stufen, dem Lastmanagement und OCPP 1.6 des Plus 2 eine Variante mit GSM-Modul (4G); Software für gemeinsame Nutzung und Verwaltungsportal kostenlos. Mit festem Kabel oder Buchse; MID-Zähler und GSM-Modul einzeln wählbar.

Die Preise hängen von der Variante ab; aktuelle Preise stehen auf den Produktseiten.

Welche für wen?

  1. Ein Auto, ein Nutzer zu Hause, kein Lastmanagement nötig: Charger 2. Mieter sehen sich die Steckervariante an.
  2. Große Verbraucher im Haus (Klimaanlage, Backofen, Wärmepumpe) bei begrenztem Anschluss, oder eine kleine Gemeinschaftsgarage mit wenigen Nutzern: Charger Plus 2 (mit MID-Zähler bei geteilter Abrechnung).
  3. Wohnanlagen, Mehrfamilienhäuser, Hotels, Büros oder Flottenparkplätze, besonders Tiefgaragen ohne WLAN: Charger Pro 2 (mit MID-Zähler zur Abrechnung, bei Bedarf mit GSM).

Installation

Die Installation ist im Wallbox-Preis nicht enthalten und gehört in die Hände einer Elektrofachkraft (in Deutschland nach VDE). Unsere Besichtigung und Installation bieten wir nur in Bursa (Türkei) an: zuerst Vor-Ort-Besichtigung, dann ein schriftliches Angebot; bei Auftrag wird die Besichtigungsgebühr angerechnet, jede Installation erfolgt mit Projekt. Mehr dazu in Wallbox-Installationskosten.

Häufige Fragen

Was bedeutet Wallbox?

Eine Wallbox ist eine an der Wand montierte Ladestation für Elektroautos, die über einen eigenen Stromkreis aus dem Verteiler versorgt wird.

Was ist der Unterschied zwischen Wallbox und Steckdose?

Die Haushaltssteckdose liefert höchstens 3,7 kW, eine Wallbox am Drehstrom 11 oder 22 kW. Mit eigenem Stromkreis und eigener Absicherung ist sie sicherer und per App und Karte steuerbar.

Braucht eine Wallbox Drehstrom?

Für 11 und 22 kW ja. Die Bemis Charger 2, Plus 2 und Pro 2 werden an Drehstrom angeschlossen; bei Plus 2 und Pro 2 ist die Leistung von 4 bis 22 kW einstellbar, bei knappem Anschluss also auch niedriger.

Was unterscheidet Charger 2 und Charger Plus 2?

Der Charger 2 ist das günstige Modell für einen Nutzer zu Hause. Der Charger Plus 2 bietet zusätzlich dynamisches Lastmanagement, OCPP 1.6, Software für gemeinsame Nutzung sowie Varianten mit Buchse und MID-Zähler.

Brauche ich einen MID-Zähler?

Nicht, wenn Sie nur Ihr eigenes Auto laden. Muss der Verbrauch pro Person abgerechnet werden, etwa in Wohnanlagen oder Firmen, wählen Sie eine Variante mit MID-Zähler.

Ist die Installation im Preis enthalten?

Nein. Die Installation wird nach einer Besichtigung separat angeboten. Unseren Installationsservice gibt es nur in Bursa (Türkei).