Lichtberechnung: Wie viel Lumen und wie viele Leuchten braucht ein Raum?

Ratgeber · 19. Okt. 2026

Lichtberechnung: Wie viel Lumen und wie viele Leuchten braucht ein Raum?

Von Engin Demirel · Elektrotechniker, Lehrmeister · 12 Jahre Erfahrung

Kurze Antwort: Der benötigte Lichtstrom ergibt sich aus der Ziel-Beleuchtungsstärke (Lux) mal Fläche (m²), geteilt durch einen Faktor dafür, wie viel Licht auf der Nutzfläche ankommt: Gesamtlumen = Lux × m² ÷ (Raumwirkungsgrad × Wartungsfaktor). In hellen Räumen normaler Höhe mit LED-Leuchten kann das Produkt beider Faktoren mit etwa 0,5–0,6 angesetzt werden. Leuchtenzahl = Gesamtlumen ÷ Lumen pro Leuchte. Beispiel: Büro mit 30 m² und 500 Lux → 500 × 30 ÷ 0,6 ≈ 25.000 Lumen → etwa 7 Panels zu 3.600 Lumen, für eine symmetrische Anordnung 8.

1. Zielwert in Lux festlegen

Ungefähre Werte (EN 12464-1 für Büros und Arbeitsstätten, übliche Praxis im Wohnbereich):

  • Schreibtisch, Bildschirmarbeit: 500 Lux
  • Besprechungsraum: 500 Lux
  • Verkaufsfläche: 300–500 Lux
  • Küchenarbeitsplatte: 300–500 Lux
  • Badspiegel: 300–500 Lux
  • Wohnzimmer, Grundbeleuchtung: 100–150 Lux
  • Schlafzimmer: 100 Lux
  • Flur und Treppe: 100 Lux
  • Lager, Garage: 100–200 Lux

2. Fläche bestimmen

Länge × Breite. L-förmige Räume in Rechtecke teilen und Bereiche mit unterschiedlichem Bedarf (z. B. Wohnen und Küche) getrennt rechnen.

3. Faktoren wählen

  • Raumwirkungsgrad bzw. Beleuchtungswirkungsgrad: Anteil des Leuchtenlichts, der auf der Nutzfläche ankommt. Hoch (0,6–0,8) in quadratischen oder breiten Räumen mit hellen Wänden und Decken; niedrig (0,4–0,5) in dunklen, schmalen oder hohen Räumen.
  • Wartungsfaktor: Reserve für Lichtstromrückgang und Verschmutzung; in sauberen Innenräumen etwa 0,8.

Faustwert: Für einen normalen Raum ergibt das Produkt etwa 0,5–0,6.

4. Gesamtlumen und Leuchtenzahl berechnen

Gesamtlumen = Lux × m² ÷ (Raumwirkungsgrad × Wartungsfaktor)

Leuchtenzahl = Gesamtlumen ÷ Lumen pro Leuchte (aufrunden und an eine symmetrische Anordnung anpassen)

Den Lumenwert der Leuchte aus dem Datenblatt nehmen, nicht aus der Wattzahl schätzen – die Effizienz unterscheidet sich je nach Leuchte.

Rechenbeispiele

  • Büro, 6 × 5 m = 30 m², 500 Lux: 500 × 30 ÷ 0,6 = 25.000 Lumen. Mit 60×60-Panels zu 3.600 Lumen: 25.000 ÷ 3.600 ≈ 7 → 2 Reihen × 4 = 8 Panels.
  • Wohnzimmer, 25 m², 150 Lux: 150 × 25 ÷ 0,55 ≈ 6.800 Lumen. Etwa 11 Einbaustrahler zu 600 Lumen oder weniger Strahler plus eine Linearleuchte.
  • Küchenarbeitsplatte, 3 m: Unterschrankbeleuchtung mit etwa 300–500 Lumen pro Meter; Grundbeleuchtung separat.
  • Lagerhalle, 20 × 15 m = 300 m², 7 m Höhe, 200 Lux: 200 × 300 ÷ 0,6 = 100.000 Lumen. Etwa 7 Hallenleuchten zu 15.000 Lumen; bei 2 × 4 Anordnung 8.

Abstand zwischen den Leuchten

  • Faustregel: Der Abstand sollte die Höhe der Leuchte über der Nutzfläche nicht deutlich überschreiten (etwa das 1- bis 1,5-Fache), sonst entstehen dunkle Zonen.
  • Der Wandabstand beträgt etwa die Hälfte des Leuchtenabstands.
  • Eng strahlende Spots dichter, breit strahlende Leuchten weiter auseinander setzen.

Wie viel Watt?

LED-Leuchten liefern typisch 90–130 Lumen pro Watt. Für 25.000 Lumen sind etwa 190–280 W LED-Leistung nötig. Für Verbrauchsrechnungen die tatsächliche Leistung aus dem Datenblatt verwenden.

Wann Software nötig ist

Dieses Verfahren liefert einen Mittelwert, zeigt aber weder Gleichmäßigkeit noch Blendung (UGR) oder Wandhelligkeit. Für Büro-, Laden- und Industrieprojekte rechnet man mit Software wie DIALux oder Relux und den Lichtverteilungsdaten der Leuchte.

Häufige Fragen

Wie viel Lumen braucht ein Raum?

Gesamtlumen = Ziel-Lux × m² ÷ (Raumwirkungsgrad × Wartungsfaktor). In einem normalen Raum liegt das Produkt der Faktoren bei etwa 0,5–0,6; ein 20-m²-Raum mit 300 Lux braucht rund 10.000–12.000 Lumen.

Was ist der Unterschied zwischen Lux und Lumen?

Lumen ist das gesamte Licht einer Leuchte, Lux das Licht, das pro Quadratmeter auf eine Fläche fällt. 1 Lux entspricht 1 Lumen pro Quadratmeter.

Wie viele LED-Panels braucht ein Büro?

Bei 500 Lux braucht ein 30-m²-Büro etwa 25.000 Lumen, also rund 7–8 Panels zu 3.600 Lumen.

Welcher Abstand zwischen Leuchten?

Etwa das 1- bis 1,5-Fache ihrer Höhe über der Nutzfläche; zur Wand etwa die Hälfte dieses Abstands.

Mit welcher Software rechnet man Licht?

In professionellen Projekten sind DIALux und Relux verbreitet; sie berechnen mit den Lichtverteilungsdaten auch Gleichmäßigkeit und Blendung.