Was ist eine Magnetschiene und wie wird sie montiert? 48-V-Netzteil, Einbau oder Aufbau und Stückliste
Ratgeber · 15. Okt. 2026
Was ist eine Magnetschiene und wie wird sie montiert? 48-V-Netzteil, Einbau oder Aufbau und Stückliste
Von Engin Demirel · Elektrotechniker, Lehrmeister · 12 Jahre Erfahrung
Kurze Antwort: Eine Magnetschiene ist ein schlankes Schienenprofil mit 48 V Gleichspannung; die Leuchten halten magnetisch und lassen sich ohne Werkzeug einsetzen, abnehmen und verschieben. Eine Anlage besteht aus vier Teilen: dem Schienenprofil (Einbau, Aufbau oder unter Paneelen), einem Netzteil (Treiber), das die Netzspannung in 48 V umwandelt, einer Einspeisung für die Schiene sowie Eck- und Längsverbindern. Das Netzteil wird mit mindestens 20 % Reserve auf die Gesamtleistung der Leuchten ausgelegt. Die Einbauschiene wird beim Bau der Gipskartondecke eingesetzt, die Aufbauschiene an eine vorhandene Decke geschraubt. Zeichnen Sie Ihre Linie im Magnetschienen-Planer und sehen Sie Schienen, Verbinder und Netzteile sofort mit Preis.
Wie funktioniert eine Magnetschiene?
Die Netzspannung (220–240 V) wird von einem Netzteil auf 48 V DC reduziert und über die Einspeisung in die Schiene geführt. Die Leiter im Profil führen auf der ganzen Länge 48 V; der magnetische Leuchtenkörper sorgt für Halt und elektrischen Kontakt zugleich. Schiene und Leuchten sind Schutzkleinspannung (Schutzklasse III); die Netzseite des Netzteils muss trotzdem eine Elektrofachkraft anschließen.
Den Vergleich mit Schienenstrahlern finden Sie in Magnetschiene oder Schienenstrahler; hier geht es Schritt für Schritt um die Montage.
Schienenprofile nach Montageart
Das Lamptime-Magnetsystem hat vier Profile, alle in 1, 2 und 3 m Länge, schwarz oder weiß, IP20:
- Einbau (MA53 und MA55, 70,5 × 42,7 mm): wird in die Gipskartondecke eingesetzt und bildet eine schlichte, deckenbündige Lichtlinie. Die sauberste Lösung; beim Deckenbau einplanen. Die beiden Profile unterscheiden sich in der Randgestaltung; Auswahl anhand der Produktbilder.
- Aufbau (MA51, 27,3 × 52,2 mm): wird direkt an die vorhandene Decke geschraubt; der einfachste Weg ohne Umbau.
- Unter Paneelen (MA52, 65,3 × 48,4 mm): unter die Platten einer abgehängten Decke montiert, ohne die Decke zu öffnen. Mit dem runden Eckteil (Ø600 mm) sind Bögen möglich.
- Abgehängt: mit Pendelanschluss und Abhängezubehör von der Decke abgependelt; für hohe Räume, Kücheninseln und Besprechungstische.
Je nach Profil gibt es Eck-, Innen-, Außen-, T- und Kreuzverbinder. Netzteile, Einspeisung, Kabel-, flexible und T-Längsverbinder sowie Pendelteile gehören zum Zubehörset MA50. Die runden Systeme ML60 und ML70 haben eine eigene Ringschiene.
Die Linie planen
- Form wählen: gerade, zwei parallele Linien, L, U, Quadrat oder Rechteck.
- Jede Seite mit Schienenlängen belegen: zuerst 3-m-Stücke für möglichst wenige Stöße, dann ein 2- oder 1-m-Stück.
- Verbinder zählen: je gerader Stoß ein Längsverbinder; je Ecke ein Eckverbinder und ein Eck-Einspeiseverbinder, damit der Strom um die Ecke geführt wird; je Netzteil und je getrennter Linie eine Einspeisung.
- Leuchten wählen und Gesamtleistung addieren.
- Netzteil wählen.
Beispiel: Eine 4 m lange gerade Linie braucht eine 3-m- und eine 1-m-Schiene, einen Längsverbinder und eine Einspeisung. Eine L-Linie mit 3 m + 2 m nutzt eine 3-m- und eine 2-m-Schiene, einen Eckverbinder, einen Eck-Einspeiseverbinder und eine Einspeisung. Passen die Maße nicht genau zu den Schienenlängen, klären wir die Lösung in der Planung.
Netzteil auslegen: 20 % Reserve
Das Netzteil wird auf die Gesamtleistung der Leuchten plus mindestens 20 % ausgelegt: Es läuft nicht unter Volllast, bleibt kühler und lässt Platz für spätere Leuchten. Die Lamptime-Serie MA50 bietet 48-V-DC-Netzteile mit 150 W und 250 W.
Beispiel: 4 × ML30 Ø55 (18 W) und 2 × ML10 900 mm (36 W): 72 + 72 = 144 W. 144 × 1,2 = 172,8 W, also ein 250-W- oder zwei 150-W-Netzteile. Überschreitet die Leistung ein Netzteil, wird die Linie geteilt und jedes Netzteil speist über eine eigene Einspeisung.
Die Netzteile sind lang und schmal (150 W: 325 × 22,5 × 43 mm; 250 W: 390 × 22,5 × 43 mm) und kommen in den Deckenhohlraum, am besten nahe einer Revisionsöffnung. Kabellänge und Querschnitt zwischen Netzteil und Schiene richten sich nach der Herstelleranleitung: Bei 48 V ist der Strom für dieselbe Leistung deutlich höher als bei Netzspannung, lange dünne Leitungen verursachen Spannungsfall.
Montageschritte (Einbauschiene)
- Linie an der Decke anzeichnen; Position von Netzteil und Revisionsöffnung festlegen.
- Zuleitung zum Netzteil und Ausgangsleitung des Netzteils zur späteren Einspeisung verlegen.
- Schienenprofil zusammen mit dem Trockenbauer vor dem Schließen der Decke an der Unterkonstruktion befestigen; die Platten werden bis an den Profilrand geführt.
- Profilränder spachteln und streichen, ohne den inneren Kanal zu verschmutzen.
- Längs- und Eckverbinder einsetzen, Einspeisung anschließen.
- Netzseite des Netzteils an den Lichtstromkreis anschließen; vor dem Einschalten alle Verbindungen und die Polarität (+/−) prüfen.
- Leuchten magnetisch einsetzen und in Position schieben.
Bei Aufbau- und Paneelschiene ersetzen Dübel und Schrauben die Schritte 3 und 4; das Netzteil kommt in den Deckenhohlraum, einen nahen Schrank oder an eine andere unsichtbare Stelle.
Welche Leuchte wofür?
- Linear mit Diffusor (ML10: 300/600/900 mm, 12/24/36 W; ML11 schwenkbar): weiches Grundlicht für Wohnzimmer, Küche und Büro.
- Linear mit Linse (ML20: 120–690 mm, 6–36 W, 38°; ML21 schwenkbar): gerichteteres Licht über Arbeitsplatte und Schreibtisch.
- Spot (ML30: Ø35 8 W und Ø55 18 W; ML31 Ø82 12 W; ML32 quadratisch mit Linsen 8 W; 38°): Akzente auf Bilder, Regale und Vitrinen.
- Spot mit Diffusor (ML34: Ø90, Ø120 und Ø140, 10–20 W): breites, weiches Deckenlicht.
- Pendel (ML40: 200/300/400 mm, 10 W; ML41 Tulpe, ML42 Kugel, ML43) und Glaskugel ML33: Kücheninsel, Esstisch und dekoratives Licht.
Die Leuchten arbeiten mit 48 V DC, haben CRI über 80 und 2700–6500 K zur Wahl; viele gibt es mit DALI-Treiber. Zum Dimmen werden DALI-Modelle zusammen mit einer passenden DALI-Steuerung geplant. Den Lichtbedarf des Raums ermitteln Sie mit Lumen, Watt und Farbtemperatur; für reines indirektes Licht siehe indirekte Beleuchtung planen.
Mit dem Planer planen
Im Magnetschienen-Planer von ENGN geben Sie Raummaße und Linienform ein und wählen die Leuchten; 3D-Ansicht, Schienenteile, Verbinder und Netzteilliste mit 20 % Reserve entstehen automatisch. Die Liste kommt mit einem Klick in den Warenkorb, oder Sie fordern ein Angebot an. In unserem Geschäft in Bursa (Türkei) planen wir das System auch gemeinsam mit Ihnen.
- → Magnetschienen-Planer: in 3D zeichnen, Stückliste und Preis sehen
- → Magnetschienensysteme
- → Lamptime MA53 Einbau-Magnetschiene
- → Lamptime MA51 Aufbau-Magnetschiene
- → Lamptime MA52 Magnetschiene unter Paneelen
- → Lamptime MA50 48-V-Netzteile und Anschlusszubehör
- → Lamptime ML30 Magnetschienen-Spot
- → Unser Leuchtengeschäft in Bursa
Häufige Fragen
Mit welcher Spannung arbeitet eine Magnetschiene?
Mit 48 V Gleichspannung. Die Netzspannung wird von einem Netzteil auf 48 V reduziert und über eine Einspeisung in die Schiene geführt.
Wie groß muss das Netzteil für eine Magnetschiene sein?
Gesamtleistung der Leuchten plus mindestens 20 %. Für 144 W Leuchten braucht man 172,8 W, also ein 250-W- oder zwei 150-W-Netzteile.
Magnetschiene als Einbau oder Aufbau?
Wird eine Gipskartondecke gebaut, wirkt die Einbauschiene am schlichtesten. An einer vorhandenen Decke Aufbauschiene, unter abgehängten Paneelen die Paneelschiene, bei hohen Decken abgehängt.
In welchen Längen gibt es Magnetschienen?
Lamptime-Magnetschienen gibt es in 1, 2 und 3 m. Längere Linien werden mit möglichst wenigen Stößen kombiniert, je Stoß ein Längsverbinder.
Kann ich später Leuchten ergänzen?
Ja. Solange das Netzteil Reserve hat, lassen sich Leuchten ohne Werkzeug ergänzen und verschieben. Steigt die Gesamtleistung, das Netzteil erneut prüfen.
Ist Magnetschienenbeleuchtung dimmbar?
Ja, mit Leuchtenmodellen mit DALI-Treiber und einer passenden DALI-Steuerung. Standardmodelle sind nur schaltbar.