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Auto-zu-Auto-Laden (V2V): einem liegengebliebenen E-Auto helfen

Ratgeber · 1. Nov. 2026

Auto-zu-Auto-Laden (V2V): einem liegengebliebenen E-Auto helfen

Von Engin Demirel · Elektrotechniker, Lehrmeister · 12 Jahre Erfahrung

Kurz gesagt: Beim Auto-zu-Auto-Laden (V2V, Vehicle-to-Vehicle) wird Energie aus dem Akku eines E-Autos in ein anderes übertragen. Am häufigsten steckt man einen V2L-Adapter in die Ladebuchse eines V2L-fähigen Autos und schließt das mobile Ladegerät des zweiten Autos an die Steckdose des Adapters an. Das ist langsam (meist 2–3,6 kW), und ein Teil der Energie geht verloren; Ziel ist genug Reichweite bis zur nächsten Ladesäule, kein Ersatz für normales Laden. Vorher beide Betriebsanleitungen prüfen: Manche Hersteller erlauben nicht, über V2L ein anderes Fahrzeug zu laden.

Wege zum Auto-zu-Auto-Laden

  1. V2L + mobiles Ladegerät (AC): V2L-Adapter am gebenden Auto, mobiles Ladegerät am empfangenden. Wenig Zusatzausrüstung, geringe Leistung. Die häufigste Methode.
  2. Direktes DC-V2V-Kabel: Einige Hersteller bieten Kabel, die die DC-Buchsen zweier Autos verbinden. Schneller, aber nur bei unterstützten Fahrzeugen; selten.
  3. Bidirektionales Laden (V2G/V2H): Übertragung über eine bidirektionale Wallbox; Unterstützung bei Autos und Geräten ist noch begrenzt.

Dieser Beitrag beschreibt die erste Methode.

Was man braucht

  • Gebendes Auto: ein E-Auto mit V2L. Was V2L ist und welche Autos es haben: Was ist V2L?
  • V2L-Adapter: wird in die Typ-2-Ladebuchse gesteckt und endet in einer Schuko-Steckdose; passende Version für das Auto wählen.
  • Mobiles Ladegerät (Mode 2): gehört zum empfangenden Auto; am besten auf 10 A einstellbar.

Schritt für Schritt

  1. Beide Autos nebeneinander parken, Ladebuchsen nah beieinander, beide in Parkstellung.
  2. V2L am gebenden Auto aktivieren und eine Untergrenze für den Akku setzen (z. B. 20–30 %), damit es nicht selbst liegen bleibt.
  3. V2L-Adapter in das gebende Auto stecken.
  4. Mobiles Ladegerät in die Steckdose des Adapters, Typ-2-Stecker in das empfangende Auto.
  5. Niedrigen Strom wählen (10 A); bei Überschreiten der V2L-Grenze schaltet das gebende Auto ab.
  6. Ladung beobachten; zum Schluss zuerst am empfangenden Auto beenden, dann abstecken.

Keine Verlängerungskabel verwenden und Stolperstellen vermeiden.

Wie viel Reichweite bringt das?

Die V2L-Leistung liegt bei den meisten Autos bei 2,2–3,6 kW; dazu kommen Wandlerverluste im gebenden und Ladeverluste im empfangenden Auto. Faustformel: 3 kW Übertragung bringen dem empfangenden Auto etwa 2,5 kWh pro Stunde; bei 16–20 kWh Verbrauch auf 100 km sind das rund 12–15 km pro Stunde. Das gebende Auto verbraucht dafür etwa 3–3,5 kWh. Die Werte hängen von Auto, Temperatur und Geräten ab.

Wann ist es sinnvoll?

  • Der Akku ist wenige Kilometer vor der Ladesäule leer.
  • Auf dem Land, wenn Ladesäulen weit weg sind und die Pannenhilfe dauert.
  • Ohne Netz auf dem Campingplatz oder im Ferienhaus, wenn ein Auto voll und das andere leer ist.

Für den Alltag ist es nicht gedacht: langsam, verlustreich und zulasten des gebenden Autos. Laden zu Hause oder an der Säule ist günstiger und schneller; manche Pannendienste bieten auch mobiles Laden an.

Häufige Fragen

Kann ein E-Auto ein anderes laden?

Ja, ein V2L-fähiges Auto kann mit V2L-Adapter und dem mobilen Ladegerät des zweiten Autos langsam laden. Prüfen Sie, ob beide Betriebsanleitungen das erlauben.

Wie viel Reichweite bringt V2V?

Die V2L-Leistung liegt meist bei 2,2–3,6 kW; mit Verlusten gewinnt das empfangende Auto etwa 10–15 km pro Stunde. Ziel ist die nächste Ladesäule.

Welche Ausrüstung braucht man für V2V?

Einen V2L-Adapter für das gebende Auto und das mobile Ladegerät (Mode 2) des empfangenden, am besten auf 10 A einstellbar. Keine Verlängerung.

Schadet Auto-zu-Auto-Laden dem Akku?

Wegen der geringen Leistung werden die Akkus nicht belastet. Am gebenden Auto eine Untergrenze setzen, damit es nicht selbst liegen bleibt.

Was ist der Unterschied zwischen V2V und V2L?

V2L versorgt Geräte (Kocher, Lampen, Werkzeug) aus dem Auto. V2V nutzt diesen Strom oder ein spezielles Kabel, um ein anderes Auto zu laden.